Objektive – der Blick durch die richtige Linse

Das richtige Objektiv für die passende Situation. Doch welches ist das richtige? Wie viele Objektive nimmt man mit? Durch die Objektive verändert man den Ausschnitt des Bildes. Manchmal braucht man ein bestimmtes Objektiv, manchmal setzt man es bewusst zur künstlerischen Gestaltung ein.

Objektive gibt es wie Sand am Meer:

    • Tele Objektiv
    • Weitwinkelobjektiv
    • Makroobjektiv
    • Standardobjektiv
    • Festbrennweite
    • Fischauge
Aufstellung an Objektiven von links nach rechts: Fischauge, Weitwinkelobjektiv, Standardobjektiv, Festbrennweite, Tele Objektiv

Aufstellung an Objektiven von links nach rechts: Fischauge, Weitwinkelobjektiv, Standardobjektiv, Festbrennweite, Tele Objektiv

Jedes Objektiv hat eine andere Bedeutung für den Bildausschnitt. Im Allgemeinen bauen sie aufeinander auf. Die maximale Brennweite des einen ist der Anfangspunkt des anderen.

Grafik zur Anschauuung von unterschiedlichen Reichweiten und Bildausschnitten von Objektiven

Grafik zur Anschauuung von unterschiedlichen Reichweiten und Bildausschnitten von Objektiven

Ein Weitwinkelobjektiv hat die kürzeste Reichweite, aber die breitesten Ausschnitte. Dagegen verfügen Tele Objektive über die größten Reichweiten, haben den größten Zoom aber den schmalsten Bildausschnitt. Standardobjektive liegen zwischen den beiden.

Welche Objektive sind für welche Aufnahmen geeignet?

Das Makroobjektiv ist für die Nahaufnahme gedacht, wenn man ein Objekt im Verhältnis 1:1 oder 1:2 fotografieren möchte. Andere Objektive fangen erst bei 1:7 an. Üblicherweise hat ein Makroobjektiv eine feste Brennweite bspw. von 60mm, 100mm oder 180mm. Das heißt, das Makroobjektiv hat einen festen Ausschnitt und verfügt über keinen Zoom. Ein Makroobjektiv ist sinnvoll, wenn man beispielsweise eine Biene, die in einer Blüte herumkrabbelt fotografieren möchte.

Ein Weitwinkelobjektiv eignet sich besonders, wenn man nah an oder vor einem Objekt steht, es aber dennoch komplett oder mit dem größtmöglichen Ausschnitt aufnehmen möchte. Der Bildausschnitt ist größer als 50%. Die Brennweite bei Weitwinkeln liegt üblicherweise zwischen 10 – 20mm und hat einen begrenzten Zoom. Manchmal ist es nicht möglich, sich weit genug vom Objektiv zu entfernen, um es mit normalen Objektiven zu fotografieren. Daher ist ein Weitwinkelobjektiv und in seiner extremsten Form als das Fischauge Objektiv die besten Varianten, um dennoch die größtmöglichen Ausschnitte fotografieren zu können.

Das Fischauge hat dabei einen Bildausschnitt von bis zu 180°. Das beste Beispiel für die Nutzung von einem Weitwinkelobjektiv ist die Stadtfotografie, wo Gebäude auf der anderen Straßenseite die Reichweite begrenzen. Ebenso praktisch ist ein Weitwinkelobjektiv in Räumen, wo man mit ihm den größtmöglichen Ausschnitt einfangen kann.

Im Gegensatz dazu ist das Tele Objektiv ideal für alles, wo man nicht nah genug ran kommt und daher den Zoom verwenden muss. Die Brennweite von einem Tele Objektiv beginnt im Allgemeinen bei 80mm. Durch den Zoom erhält man hier Reichweiten von bis zu 200mm 300mm oder gar einer höheren Brennweite. Wie auch das Weitwinkelobjektiv eignet sich auch das Tele Objektiv für die Stadtfotografie, wenn man Details fotografieren möchte, die zu weit weg oder schwer erreichbar sind. Dazu ist ein Tele Objektiv sehr gut auch auf Reisen geeignet. Auch hier sind immer wieder Situationen, wo man aus der Ferne fotografieren muss.

Die Standardobjektive mit einer durchschnittlichen Brennweite von 18 – 55mm Objektiv liegen zwischen beiden Varianten und sind für die normalen Situationen absolut ausreichend. Als Sonderobjektiv gibt es daneben noch die Festbrennweite. Hier ist das Besondere, sie hat einen festen Ausschnitt. Somit kann man keinen Zoom nutzen, um das Motiv näher heranzuholen, sondern bei der Festbrennweite muss sich der Fotograf bewegen, sollte der Bildausschnitt zu groß oder klein sein. Ganz beliebt ist die Festbrennweite in der Porträtfotografie. Es verführt automatisch zu spannenden An- und Ausschnitten. Eine übliche Brennweite für Festbrennweiten ist 50mm oder auch 80mm.

Wie sich unterschiedliche Brennweite auf den Bildausschnitt verhalten, könnt ihr auch im camera simulator Tool live ausprobieren und sofort die verschiedenen Wirkungen erkennen.

Worauf sollte man beim Kauf von einem Objektiv achten?

Bei Objektiven zählt neben der Funktion, für das man sie einsetzen möchte, vor allen Dingen die Lichtempfindlichkeit. Das erkennt man an den Blendenzahlen, die auf dem Objektiv stehen. Viele beginnen erst bei 3,5 oder 4,5, was keine sehr hohe Lichtempfindlichkeit ist. Objektive mit Werten wie 1,8 oder sogar 1,2 sind zum Beispiel sehr lichtempfindlich. Damit kann man auch in schwierigen Lichtverhältnissen, wie beispielsweise in schwach beleuchteten Räumen mit kürzerer Belichtungszeit perfekte Bilder machen.

Kann das Objektiv aus Plastik sein? Ja mittlerweile sind auch Objektive mit Plastikgehäuse keine schlechte Wahl. Sie sind genauso gut wie die normalen. Allerdings ist zu beachten, dass Objektive mit Plastikgehäuse weniger Gewicht haben und so die Kamera sehr leicht ist. Das kann dazu führen, dass die Kamera schneller verwackelt, da sie auf jede Bewegung reagiert. Das kann das Drücken des Auslösers sein oder auch nur ein tiefes Einatmen. Hier heißt es bewusst die Kamera festhalten oder mit einem Stativ arbeiten. Einfacher ist es schon, wenn der Body schwer ist, da dieser das leichte Gewicht des Objektivs ausgleicht.

Bei Tele Objektiven kommt es mittlerweile auf die Kompaktheit an, spricht wie groß ist das Tele und wie groß wird es mit ausgefahrenem Zoom? Durch effektivere Linsenanordnung ist es mittlerweile möglich, dass Tele Objektive immer kleiner und dadurch auch handlicher und leichter werden. Der Nachteil ist natürlich, dass die kompakteren Tele Objektive teurer sind als die normalen Tele Objektive.

Nicht selten greifen Fotografen auf herstellerfremde Objektive zurück. Tamron ist zum Beispiel eine gute Alternative für Objektive. Der Vorteil ist, dass diese Objektive meistens günstiger sind als die Herstellerprodukte. Beim Kauf neben den oben erwähnten Kriterien ist bei herstellerfremden Objektiven vor allen Dingen darauf zu achten, dass die Anschlüsse zur eigenen Kamera passen und die Objektive eine hohe Lichtempfindlichkeit aufweisen.

Das Objektiv zum Motiv auswählen

Mehrere Objektive zu haben ist sinnvoll. Welche Objektive man allerdings mit auf die Fototour nimmt, hängt davon ab, was und wie man etwas fotografieren möchte. Also am besten vorher sich über die Tour Gedanken machen und ggf. auf überzähliges Gepäck verzichten, statt sinnlos alles mitzuschleppen.

Bildquellen: alle Fotos von Katharina Knaak