Der camera simulator – Praktisches Üben der Kameraeinstellungen

Auf den anderen Seiten war viel Theorie, welche Kameraeinstellung welches Ergebnis bringt. Mit dem camera simulator, also dem Kamera Simulator, kommt hier die Praxis. Doch wie funktioniert er und was kann man alles einstellen?

Wer nicht überall seine Kamera dabei hat und sich dennoch mit den Kameraeinstellungen für beispielsweise seine nächste Fototour vertraut machen möchte, der braucht einen camera simulator / Kamera Simulator, wie den von „CameraSim“, den ich euch auf meiner Seite vorstelle. Er erinnert ein wenig an die Rückseite einer Digitalkamera. Man sieht ein Motiv durch den Sucher und hat darunter die verschiedenen Kameraeinstellungen zum Variieren. An dem camera simulator / Kamera Simulator kann man einzelne oder auch mehrere Einstellungen gleichzeitig vornehmen und sich sofort live die Ergebnisse anschauen.

Wie funktioniert der camera simulator / Kamera Simulator?

Die Anwendung ist sehr einfach: Man überlegt sich welche Kameraeinstellungen man verändern möchte, stellt das gewünschte ein und drückt auf den Auslöser. Das Motiv wird gemäß den Kameraeinstellungen im Suchfenster vom camera simulator / Kamera Simulator angezeigt. Ein Smilie auf der linken Seite gibt an, ob das Bild gut, mittelmäßig oder schlecht ist. Dabei kann man die gleichen Modi wählen, die man auch von seiner Kamera her kennt:

  • Blendenvorwahl: sprich A / Av Modus
  • Zeitvorwahl: S / Tv Modus
  • Manuell

An einzelnen Kameraeinstellungen können folgende Werte variiert werden:

  • Helligkeit: von Sonnig bis dunkle Räume
  • Entfernung zum Motiv: von 1m – 3m
  • Brennweite: von 18mm Weitwinkel – 55m Standardbrennweite
  • ISO: von ISO 100 – ISO 6400
  • Blende: von f/2.8 – f/22
  • Belichtungszeit: 1/4000 Sekunde – 1 Sekunde

Zusätzlich kann auch im camera simulator / Kamera Simulator ausgewählt werden, ob ein Stativ benutzt werden soll oder nicht. Die Einstellungen entsprechen genau den Funktionen der Kamera. Bei der Blendenvorwahl und der Zeitvorwahl wird jeweils der andere Wert (Zeit bzw. Blende) automatisch übernommen und man kann bei den Kameraeinstellungen auf der rechten Seite nur den gewählten Wert und die ISO verändern.

Im manuellen Modus kann man Blende, Zeit und ISO einstellen und auch im camera simulator / Kamera Simulator dient der Belichtungsmesser als Gradmesser, wann das Bild optimal beleuchtet ist.

Mit den Werten auf der linken Seite könnt ihr euch in der Tiefenschärfe üben. Wie verhält sie sich, wenn man den Abstand zum Motiv verändert oder die Brennweite, sprich das Objektiv ändern würde.

Ebenfalls könnt ihr rechts bei der ISO ausprobieren, wie sich das Rauschverhalten mit steigender ISO-Zahl verändert.

Tipps zum Umgang mit dem camera simulator / Kamera Simulator

Um den Unterschied zwischen den Kameraeinstellungen besser zu erkennen, empfiehlt es sich immer nur eine Einstellung nach der anderen zu verändern. Bei mehreren Änderungen gleichzeitig kann das Ergebnis verfälscht werden und beim späteren Anwenden der Einstellung an der eigenen Kamera nicht den Effekt erzielen, der eigentlich beabsichtigt war.

Ebenfalls könnt ihr die Bilder von euch, mit denen ihr nicht so zufrieden wart, mit den Einstellungen im camera simulator / Kamera Simulator nachstellen und durch die Änderungen herausfinden, wie ihr das Motiv besser in Szene setzen könnt. Das könnt ihr dann beim nächsten Fotoausflug direkt ausprobieren.

Die besten Unterschiede sehr ihr, wenn ihr am Anfang bei den Kameraeinstellungen in größeren Schritten die Änderungen vornehmt. Das zeigt euch die gravierendsten Wirkunterschiede und gibt euch ein gutes Gefühl dafür, welche Wirkung euch am besten gefällt. Das könnt ihr dann an eurer Kamera umsetzen.

Übrigens, wenn im Zeitmodus oder Blendenmodus der andere Wert blinkt, dann ist das ein Zeichen dafür, dass hier die Grenzen der Einstellungen / Kamera erreicht sind und ihr müsst den variablen Wert korrigieren. Beispiel gefällig? Ich habe folgende Einstellungen im Zeitvorwahlmodus:

  • Helligkeit: bedeckt
  • Entfernung: 2m
  • Brennweite: 55mm
  • ISO: 400
  • Zeit: Ich will mit einer 1/320 Sekunde fotografieren

Die blinkende Blendenzahl im camera simulator / Kamera Simulator zeigt, dass in dem Fall die kleinste Blendenzahl nicht ausreicht, das Bild bei der kurzen Belichtungszeit richtig zu belichten. Es wird zu dunkel. Um das Blinken wegzubekommen, kann man entweder die ISO Zahl verändern, in dem Fall erhöhen oder die Belichtungszeit verlängern, um mehr Licht auf den Kamerasensor zu bekommen. Erst wenn die Zahl nicht mehr blinkt, ist die Belichtung richtig für ein gut beleuchtetes Bild / Motiv.

Den M-Modus üben?

Der camera simulator / Kamera Simulator gibt euch die zusätzliche Möglichkeit das Zusammenspiel zwischen Blende und Belichtungszeit für den M-Modus auszuprobieren. Hier könnt ihr einen beliebigen Blendenwert einstellen und die dazu passende Belichtungszeit. Anschließend verändert die Blende oder die Zeit und passt den anderen Wert entsprechend so an, dass das Motiv wieder genau gleich belichtet ist, wie das vorherige. Damit seht ihr, wie ihr mit unterschiedlichen Einstellungen dennoch ähnlich belichtete Bilder bekommt.

Ihr seht der camera simulator / Kamera Simulator ist ein sehr nützliches Tool, damit ihr sicherer im Umgang mit eurer Kamera werdet Durch ausprobieren der unterschiedlichen Wirkungen beim Verändern der Einstellungen fällt es euch leichter, die richtigen Kameraeinstellung beim Fotografieren zu finden und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu behalten.